Haus verkaufen ohne Makler: Ablauf, Kosten und rechtliche Pflichten 2026

Der Verkauf einer Immobilie ohne Makler kann mehrere tausend Euro Provision einsparen – erfordert aber einen erheblichen Zeitaufwand und fundierte Marktkenntnisse. In Deutschland ist der private Immobilienverkauf rechtlich zulässig, allerdings tragen Sie als Eigentümer die vollständige Verantwortung für Bewertung, Vermarktung, Bonitätsprüfung und Vertragsgestaltung. Dieser Ratgeber bietet Ihnen eine strukturierte Entscheidungsgrundlage sowie eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Hausverkauf ohne Makler. Sie erfahren, welche rechtlichen Pflichten bestehen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wann sich die Beauftragung eines Maklers trotz Provisionsersparnis eher lohnt.
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10.02.2026
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Zusammenfassung

  • Ein Hausverkauf ohne Makler ist in Deutschland zulässig, der Kaufvertrag muss jedoch nach § 311b BGB stets notariell beurkundet werden.
  • Beim Privatverkauf sparen Sie typischerweise die Verkäufer-Provision von rund 3%–3,5% (gesamt 5,95%–7,14%), müssen dafür aber mit 100–160 Stunden Eigenaufwand rechnen.
  • Die direkten Ausgaben liegen je nach Umfang meist bei 2.000–10.000 € (z. B. Bewertung 500–2.000 €, Energieausweis 50–500 €, Fotos 200–800 €, Inserate 100–900 €).
  • Ohne Makler dauert die Vermarktung häufig 6–12 Monate, während mit Makler im Schnitt eher 3–6 Monate realistisch sind.
  • Zu den wichtigsten Risiken zählen ein falscher Angebotspreis, fehlende Pflichtunterlagen (Energieausweis; Bußgeld bis 10.000 €) und eine unzureichende Bonitätsprüfung.
  • Hybrid-Modelle (z. B. nur Bewertung oder einzelne Maklerleistungen) können Kosten und Risiko senken, ohne die volle Provision zu zahlen.

Kann ich mein Haus ohne Makler verkaufen?

Rechtliche Grundlagen: Ist Privatverkauf erlaubt?

In Deutschland besteht keine gesetzliche Pflicht zur Beauftragung eines Immobilienmaklers. Der Privatverkauf von Wohnimmobilien ist vollständig legal und wird im Wesentlichen durch § 311b BGB geregelt, der die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags vorschreibt. Sie sind als Verkäufer dafür verantwortlich, alle Schritte – von der Wertermittlung über die Vermarktung bis zur Übergabe – selbst zu organisieren und zu dokumentieren. Die notarielle Beurkundung stellt die Rechtswirksamkeit des Kaufvertrags sicher, ersetzt jedoch nicht die vorbereitenden Aufgaben, die typischerweise ein Makler übernimmt. Für grundlegende Begriffe zur Wertermittlung können Sie ergänzend den Beitrag zum Verkehrswert nutzen.

Für wen eignet sich der Privatverkauf?

Der Hausverkauf ohne Makler eignet sich vor allem für Eigentümer mit ausreichend Zeit, strukturiertem Vorgehen und einer Affinität zu rechtlichen und wirtschaftlichen Themen. Sie sollten über mehrere Monate hinweg mindestens fünf bis zehn Stunden pro Woche investieren können, um Unterlagen zu beschaffen, Exposé und Inserate zu erstellen, Anfragen zu beantworten und Besichtigungen zu koordinieren. Zudem ist ein gutes Verständnis des lokalen Immobilienmarkts erforderlich, um einen realistischen Verkaufspreis festzulegen. Verhandlungserfahrung und die Fähigkeit, in Gesprächen sachlich zu bleiben, sind bei einem Privatverkauf ebenfalls wesentlich. Wer rechtliche Fragestellungen scheut oder nur sehr wenig Zeit zur Verfügung hat, sollte frühzeitig über einen Makler oder ein Hybridmodell nachdenken.

Marktdaten: Wie häufig wird privat verkauft?

In der Praxis wird ein signifikanter Teil der Immobilien in Deutschland ohne Makler verkauft. Verschiedene Marktanalysen zeigen, dass je nach Region und Segment ein zweistelliger Prozentsatz aller Verkäufe privat erfolgt. Plattformen, die sich gezielt an Privatverkäufer richten, verzeichnen jährlich mehrere zehntausend Inserate. Gleichzeitig zeigt sich, dass ein Teil der Privatverkäufer den Prozess nicht zum Abschluss bringt und im Verlauf doch einen Makler beauftragt – häufig, weil der Zeitaufwand unterschätzt wurde oder sich rechtliche Fragen als komplexer erweisen als erwartet. Die typische Verkaufsdauer liegt bei privaten Verkäufen im Bereich von sechs bis zwölf Monaten, während mit Makler eher drei bis sechs Monate realistisch sind.

Vor- und Nachteile: Hausverkauf ohne Makler im Vergleich

Vorteile des Privatverkaufs

Der größte Vorteil beim Hausverkauf ohne Makler besteht in der Ersparnis der Maklerprovision. Übliche Gesamtprovisionen liegen – abhängig vom Bundesland – bei rund 5,95% bis 7,14% des Kaufpreises, wovon nach der seit Ende 2020 geltenden Neuregelung Käufer und Verkäufer typischerweise jeweils etwa die Hälfte tragen. Bei einem Verkaufspreis von 300.000 Euro kann der Verkäufer also rund 3% bis 3,5% des Kaufpreises an Provision vermeiden, was in der Praxis einer Ersparnis im mittleren fünfstelligen Bereich entsprechen kann. Weitere Vorteile sind die vollständige Kontrolle über alle Entscheidungen, der direkte Kontakt zu den Interessenten und die Möglichkeit, alle Informationen aus erster Hand zu steuern. Zudem empfinden manche Käufer die Kennzeichnung „provisionsfrei“ oder „ohne Makler“ als positiv und sind eher bereit, eine Immobilie zu besichtigen.

Nachteile und Risiken beim Privatverkauf

Den Vorteilen steht ein erheblicher Zeit- und Organisationsaufwand gegenüber. Für einen vollständigen Privatverkauf müssen Sie realistisch mit 100 bis 160 Stunden rechnen, die sich auf Wertermittlung, Unterlagenerfassung, Exposé-Erstellung, Inserate, Anfragen, Besichtigungen, Verhandlungen und Kaufabschluss verteilen. Bei einem angenommenen persönlichen Stundenlohn von 50 Euro entspricht dies Opportunitätskosten von 5.000 bis 8.000 Euro. Hinzu kommen fachliche Risiken: Falsche Preisansätze führen zu verlängerten Vermarktungszeiten oder zu finanziellen Einbußen, wenn der Preis zu niedrig angesetzt wird. Rechtliche Fehler, insbesondere bei Energieausweis, Offenbarungspflichten oder Gewährleistung, können Bußgelder und Haftungsansprüche nach sich ziehen. Auch die Prüfung der Käuferbonität stellt ohne Erfahrung eine Hürde dar, zumal ein Teil der Kaufverträge an fehlender Finanzierung scheitert.

KriteriumMit MaklerOhne Makler
KostenProvision ca. 3% des Kaufpreises (Verkäuferanteil)Direkte Kosten 2.000–10.000 €
ZeitaufwandGering (Begleitung, Abstimmung)Hoch (100–160 Stunden)
VerkaufsdauerØ 3–6 MonateØ 6–12 Monate
MarktkenntnisProfessionelle Bewertung und VermarktungEigenrecherche notwendig
RechtssicherheitMakler unterstützt und verweist auf FachanwälteEigenverantwortung

Direkter Vergleich: Mit vs. ohne Makler

Die reale finanzielle Ersparnis ergibt sich somit aus der Differenz zwischen vermiedener Provision und den eigenen Kosten inkl. Zeitwert. Bei einem mittleren Kaufpreis kann diese Ersparnis, je nach individueller Bewertung der eigenen Arbeitszeit, deutlich geringer ausfallen als erwartet. Weitere Informationen zu Kosten beim Hausverkauf finden Sie auch im Ratgeber Haus verkaufen.

Was kostet ein Hausverkauf ohne Makler wirklich?

Kostenübersicht Privatverkauf

Beim privaten Immobilienverkauf fallen verschiedene Kostenpositionen an, die Sie in Ihre Kalkulation einbeziehen sollten:

  • Immobilienbewertung (Gutachter, je nach Umfang): ca. 500–2.000 €

  • Energieausweis (Verbrauchs- oder Bedarfsausweis): ca. 50–500 € – eine grundlegende Einführung finden Sie im Beitrag zum Energieausweis

  • Grundbuchauszug (einfach/beglaubigt): ca. 10–20 €

  • Professionelle Fotos (Fotograf): ca. 200–800 €

  • Inseratskosten (Portale, mehrere Monate, ggf. Premium-Pakete): ca. 100–900 €

  • Rechtliche Beratung zur Vertragsprüfung: ca. 300–1.000 €

  • Optional Home Staging (Aufbereitung, Möblierung): ca. 1.000–5.000 €

Je nach Objekt und gewählter Tiefe der Dienstleistungen ergeben sich Gesamtkosten zwischen etwa 2.000 und 10.000 Euro.

Zeitwert berechnen: Was ist Ihre Zeit wert?

Zusätzlich zu den direkten Kosten sollten Sie den Wert Ihrer eigenen Arbeitszeit berücksichtigen. Typische Aufwände sind:

  • Unterlagenbeschaffung und -aufbereitung: ca. 10 Stunden

  • Exposé-Erstellung und Inserate: ca. 5 Stunden

  • Kommunikation mit Interessenten (E-Mails, Telefon): ca. 10 Stunden

  • Vorbereitung und Durchführung von Besichtigungen: ca. 20–30 Stunden

  • Nachbereitung, Unterlagenversand, Nachfragen: ca. 10 Stunden

  • Kaufvertragsabstimmung, Notartermine, Übergabe: ca. 15–20 Stunden

  • Puffer für Verzögerungen: ca. 10 Stunden

In Summe ergibt sich damit ein realistischer Aufwand von 100 bis 160 Stunden. Bewerten Sie diese Zeit z. B. mit 50 Euro pro Stunde, ergeben sich Opportunitätskosten von 5.000 bis 8.000 Euro, die in eine vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung einfließen sollten.

Versteckte Kosten, die oft vergessen werden

Zu den häufig übersehenen Positionen zählen:

  • Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Rückzahlung eines laufenden Darlehens (häufig im Bereich von einigen Prozentpunkten der Restschuld)

  • Kosten der Grundschuldlöschung (Notar + Grundbuchamt, meist im Bereich von ca. 0,4% der eingetragenen Grundschuld)

  • Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten vor dem Verkauf, sofern diese zur marktgerechten Darstellung des Objekts erforderlich sind

  • Zusätzliche Inseratskosten bei verlängerten Vermarktungszeiten oder mehrfacher Paketbuchung

  • Fahrtkosten und Auslagen für häufige Besichtigungen

Diese Faktoren können die Gesamtbelastung spürbar erhöhen und sollten vorab eingeplant werden.

Haus verkaufen ohne Makler: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Phase 1: Vorbereitung (Woche 1–4)

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    Schritt 1: Immobilienwert ermitteln

    Die Preisfindung sollte sich am Marktwert orientieren, der sich nach den Vorgaben der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) bestimmen lässt. Für Ein- und Zweifamilienhäuser wird häufig das Vergleichswertverfahren eingesetzt, bei dem Verkaufspreise ähnlicher Objekte in vergleichbarer Lage herangezogen werden. Eine Einführung in dieses Verfahren bietet der Beitrag zum Vergleichswertverfahren. Online-Rechner liefern erste Anhaltspunkte, ersetzen aber kein sachverständiges Gutachten. Für belastbare Verhandlungen ist ein Kurzgutachten oder Verkehrswertgutachten sinnvoll, insbesondere bei höherwertigen Objekten.

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    Schritt 2: Unterlagen zusammenstellen (Checkliste)

    Für den strukturierten Verkauf ohne Makler benötigen Sie insbesondere:

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    Schritt 3: Objekt verkaufsfertig machen

    Die Objektaufbereitung umfasst:

    1. Aktuellen Grundbuchauszug

    2. Gültigen Energieausweis

    3. Grundrisse und Baupläne

    4. Wohnflächenberechnung (nach WoFlV oder DIN, je nach Anwendungsfall)

    5. Baugenehmigungen und Baubeschreibung

    6. Nachweise über Modernisierungen und Sanierungen

    7. Nebenkostenabrechnungen der letzten Jahre (bei Wohnungen oder vermieteten Objekten)

    8. Teilungserklärung und Protokolle der Eigentümerversammlung (bei Eigentumswohnungen)

    Eine sorgfältige Dokumentation erhöht die Transparenz und beschleunigt die spätere Prüfung durch Banken und Notare.

    • Beseitigung kleinerer Mängel (defekte Armaturen, beschädigte Fliesen, Türen, die klemmen)

    • Gründliche Reinigung von Innenräumen und Außenbereichen

    • Reduktion persönlicher Gegenstände für einen neutralen Gesamteindruck

    • Gegebenenfalls kosmetische Maßnahmen wie Anstriche oder kleinere Verschönerungen

    Professionelle Fotografie zahlt sich in der Regel aus, da hochwertige Bilder die Klickrate in Portalen deutlich erhöhen. Für anspruchsvollere Objekte kann Home Staging sinnvoll sein, um den Grundriss und die Nutzungsmöglichkeiten zu visualisieren.

Phase 2: Vermarktung (Woche 5–12)

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    Schritt 4: Professionelles Exposé erstellen

    Ein vollständiges Exposé sollte mindestens enthalten:

    • Objektart, Lagebeschreibung, Baujahr

    • Wohn- und Nutzflächen, Grundstücksgröße

    • Anzahl und Zuschnitt der Zimmer

    • Ausstattungsmerkmale, Modernisierungen, energetischer Zustand

    • Energiekennwerte (Art des Energieausweises, Energiekennwert, Energieträger, Effizienzklasse)

    • Hochwertige Innen- und Außenfotos

    • Grundrisse und gegebenenfalls Lagepläne

    Achten Sie auf sachliche Formulierungen, vermeiden Sie Übertreibungen und stellen Sie sowohl Vorzüge als auch objektive Einschränkungen transparent dar.

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    Schritt 5: Auf Immobilienportalen inserieren

    Für die Vermarktung ohne Makler sind insbesondere große Portale relevant. Ein typischer Ansatz:

    • Hauptinserat bei einem führenden Portal mit hoher Reichweite

    • Zusätzliches Inserat bei Plattformen, die sich auf Privatverkäufer spezialisiert haben

    • Gegebenenfalls ergänzende Nutzung regionaler Portale und Social Media

    Die Kosten variieren je nach Paket (Basis, Komfort, Premium) und Laufzeit. Rechnen Sie im Laufe des gesamten Verkaufsprozesses mit Inseratskosten im mittleren dreistelligen Bereich, insbesondere wenn mehrere Portale parallel genutzt werden.

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    Schritt 6: Anfragen professionell bearbeiten

    Beantworten Sie Anfragen zeitnah, möglichst innerhalb von 24 Stunden. Sinnvoll ist ein zweistufiges Vorgehen:

    1. Schriftliche Vorabinformation mit Exposé und grundlegenden Daten

    2. Telefonisches Vorgespräch, in dem Sie Interesse und Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, bevor Sie Besichtigungstermine vergeben

    Standardisierte Textbausteine helfen, den Aufwand zu begrenzen, ohne unpersönlich zu wirken.

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    Schritt 7: Besichtigungen durchführen

    Planen Sie Einzelbesichtigungen von 30 bis 60 Minuten, idealerweise bei Tageslicht. Stellen Sie sicher, dass:

    • Alle Räume frei zugänglich und aufgeräumt sind

    • Relevante Unterlagen (Energieausweis, Grundrisse, Modernisierungsnachweise) vorliegen

    • Sie Zeit für Fragen einplanen und diese sachlich beantworten

    Vermeiden Sie Massenbesichtigungen, da diese unübersichtlich sind und die Qualität der Gespräche reduzieren.

Phase 3: Verkaufsabschluss (Woche 13+)

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    Schritt 8: Bonität des Käufers prüfen

    Die Bonitätsprüfung erfolgt typischerweise in mehreren Stufen:

    1. Vorlage einer verbindlichen Finanzierungsbestätigung der finanzierenden Bank

    2. SCHUFA-Selbstauskunft des Käufers

    3. Bei Barzahlung geeignete Nachweise über liquide Mittel

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    Schritt 9: Kaufpreis verhandeln

    Definieren Sie eine Preisuntergrenze und bleiben Sie in Verhandlungen faktenorientiert. Argumentieren Sie mit dem ermittelten Verkehrswert, der Marktlage und dokumentierten Modernisierungsmaßnahmen. Vermeiden Sie es, Ihre Mindestvorstellung offenzulegen, und treffen Sie Zugeständnisse nur gegen klare Gegenleistungen (z. B. schnellere Abwicklung, Übernahme von Einbauten).

    Vereinbaren Sie den Notartermin erst, wenn belastbare Nachweise vorliegen. So reduzieren Sie die Gefahr eines kurzfristigen Scheiterns der Finanzierung.

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    Schritt 10: Kaufvertrag und Notartermin

    Der Kaufvertrag wird durch einen Notar entworfen, der beiden Parteien den Entwurf üblicherweise mindestens zwei Wochen vor dem Beurkundungstermin zusendet. Wichtige Inhalte sind:

    • Exakte Bezeichnung von Grundstück und Gebäude

    • Kaufpreis und Fälligkeitsregelungen

    • Vereinbarungen zu Übergang von Nutzen, Lasten und Gefahr

    • Regelungen zur Lastenfreistellung (z. B. Löschung von Grundschulden)

    • Gewährleistungsregelungen und ggf. Haftungsausschlüsse

    Lassen Sie den Entwurf bei Bedarf von einem Fachanwalt prüfen. Der Notar nimmt nach der Beurkundung die nötigen Schritte zur Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch vor.

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    Schritt 11: Übergabe organisieren

    Die Übergabe erfolgt in der Regel erst nach vollständiger Kaufpreiszahlung. Erstellen Sie ein Übergabeprotokoll mit:

    • Dokumentation der Zählerstände (Strom, Gas, Wasser, Heizung)

    • Auflistung aller übergebenen Schlüssel

    • Beschreibung des Zustands der Immobilie bei Übergabe

    Beide Parteien sollten das Protokoll unterschreiben. Anschließend kümmern Sie sich um die Abmeldung bei Versorgern und gegebenenfalls um die Anpassung von Versicherungen.

Die 10 häufigsten Fehler beim Hausverkauf ohne Makler

  1. Falscher Verkaufspreis

    Ein zu hoch angesetzter Preis verlängert die Vermarktungsdauer und führt häufig zu mehreren nachträglichen Preissenkungen, die potenzielle Käufer verunsichern. Ein zu niedriger Preis bedeutet hingegen unmittelbaren Wertverlust. Eine fundierte Wertermittlung ist daher unverzichtbar.

  2. Zeitaufwand unterschätzen

    Viele Eigentümer gehen von einem geringen Aufwand aus und stellen erst im laufenden Prozess fest, dass Kommunikation, Besichtigungen und Abstimmungen deutlich mehr Zeit erfordern. Dies führt zu Verzögerungen und zu einem unprofessionellen Eindruck bei Interessenten.

  3. Unvollständige Unterlagen

    Fehlen wichtige Dokumente wie Energieausweis, Grundbuchauszug, Bauunterlagen oder Protokolle der Eigentümerversammlung, verzögert dies die Finanzierung und den Vertragsabschluss. Vollständige Unterlagen erhöhen die Transparenz und das Vertrauen der Käufer.

  4. Mangelnde Objektaufbereitung

    Unaufgeräumte Räume, sichtbare Mängel oder qualitativ schlechte Fotos verschlechtern die Wahrnehmung und reduzieren die Nachfrage. Eine saubere, gut strukturierte Präsentation erhöht die Abschlusswahrscheinlichkeit und den erzielbaren Preis.

  5. Amateurhaftes Exposé

    Ein Exposé mit unvollständigen, widersprüchlichen oder werblich überzeichneten Angaben wirkt unseriös. Pflichtangaben zum Energieausweis sind zwingend, andernfalls drohen Bußgelder und Haftungsfragen.

  6. Bonität nicht prüfen

    Wird die Bonität des Käufers nicht sorgfältig geprüft, kann der Verkauf kurz vor dem Notartermin oder danach scheitern. Dies verursacht Zeitverlust und gegebenenfalls zusätzliche Kosten, etwa für notarielle Tätigkeiten oder Reservierungen.

  7. Schwache Verhandlungsposition

    Emotionale Bindung an die Immobilie und fehlende Verhandlungserfahrung führen dazu, dass Eigentümer schneller nachgeben, als es sachlich notwendig wäre. Eine klar definierte Strategie und Kenntnis der Marktpreise sind hier entscheidend.

  8. Rechtliche Mängel

    Nicht offen gelegte Mängel oder unklare Regelungen zur Gewährleistung können auch nach dem Verkauf zu Konflikten führen. Ein klar formulierter Kaufvertrag und vollständige Offenlegung reduzieren dieses Risiko.

  9. Marketing zu schwach

    Nur auf einem Portal präsent zu sein oder attraktive Zusatzfunktionen (Top-Platzierungen, 360°-Rundgänge) nicht zu nutzen, kann die Reichweite deutlich einschränken. Mehr Reichweite bedeutet in der Regel mehr Auswahl bei den Kaufinteressenten.

  10. Schnäppchenjäger anziehen

    Bei unklarer Preisstrategie oder zu langen Laufzeiten der Anzeige ziehen Sie verstärkt Interessenten an, die auf deutliche Preisnachlässe spekulieren. Eine klare Positionierung und konsequente Kommunikation des Preisrahmens sind daher wichtig.

Rechtliche & steuerliche Aspekte beim Privatverkauf

Pflichtunterlagen & gesetzliche Anforderungen

Zentral ist der Energieausweis, der nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) bei Verkauf vorgelegt werden muss. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 10.000 Euro belegt werden. Ergänzend sind Grundbuchauszug, Bauunterlagen, Wohnflächenberechnung und – bei Wohnungen – Unterlagen der Eigentümergemeinschaft erforderlich. immovance

Spekulationssteuer vermeiden

Die Spekulationssteuer greift, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als zehn Jahre liegen. Eine ausführliche Darstellung zur steuerlichen Behandlung finden Sie in spezialisierten Beiträgen zum Thema privates Veräußerungsgeschäft. Entscheidend sind Haltedauer und Eigennutzung. immoschnatz

Mängelhaftung & Gewährleistung

Grundsätzlich gilt das normale Kaufrecht des BGB. Gewährleistungsausschlüsse sind bei gebrauchten Immobilien möglich, greifen aber nicht bei arglistig verschwiegenen Mängeln. Dokumentieren Sie bekannte Mängel und nehmen Sie diese in den Vertrag auf. verwaltung.bund

Grundschuldlöschung & Vorfälligkeitsentschädigung

Die Löschung einer Grundschuld erfordert eine notarielle Löschungsbewilligung und die Eintragung im Grundbuch. Bei vorzeitiger Ablösung eines Darlehens kann zudem eine Vorfälligkeitsentschädigung entstehen, deren Höhe von Restschuld, Zinsbindung und Marktzins abhängt.

Alternative: Hybrid-Modelle & Teilservice

Nur Immobilienbewertung beauftragen

Ein professionelles Gutachten kann als einzelne Dienstleistung beauftragt werden und bildet eine belastbare Grundlage für den Angebotspreis. Gerade bei höherwertigen Objekten oder besonderen Lagen ist dies empfehlenswert. Für die Wahl des geeigneten Verfahrens (Vergleichswert, Sachwert, Ertragswert) hilft ein Blick auf Ertragswertverfahren und Sachwertverfahren.

Einzelne Maklerleistungen buchen

Viele Makler bieten modulare Leistungen wie Exposé-Erstellung, Fotografie oder reine Besichtigungsbetreuung an. So können Sie gezielt die Bereiche professionalisieren, in denen Ihnen Erfahrung oder Zeit fehlen, ohne die volle Provision zu zahlen.

Wann lohnt sich doch ein Makler?

Sobald der Zeitaufwand, die Komplexität oder die Risikobereitschaft nicht zum Profil des Eigentümers passen, ist ein Makler wirtschaftlich sinnvoll – trotz der Provision. Dies gilt insbesondere bei vermieteten Immobilien, komplexen rechtlichen Konstellationen oder einem engen zeitlichen Rahmen.

Checkliste: Ist Privatverkauf für Sie geeignet?

Bewerten Sie die folgenden Punkte jeweils mit „Ja“ (1 Punkt) oder „Nein“ (0 Punkte):

  1. Sie können über mehrere Monate hinweg wöchentlich mindestens fünf Stunden in den Verkauf investieren.

  2. Sie kennen die Marktpreise in Ihrer Region und können diese sachlich einschätzen.

  3. Sie fühlen sich sicher im Umgang mit Verträgen und rechtlichen Texten.

  4. Sie können sachlich und ohne emotionale Bindung verhandeln.

  5. Ihre Immobilie ist in einem guten, marktgerechten Zustand.

  6. Sie sind bereit, sich in Themen wie Energieausweis, Spekulationssteuer und Grundbuch einzulesen.

Auswertung:

  • 5–6 Punkte: Privatverkauf ist grundsätzlich geeignet, ggf. mit punktueller Beratung.

  • 3–4 Punkte: Hybridmodell mit Teilservices empfehlenswert.

  • 0–2 Punkte: Beauftragung eines Maklers oder eines umfassenden Dienstleisters ratsam.

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Quellen

Häufige Fragen zum Thema Haus verkaufen ohne Makler