BORIS Bremen - Bodenrichtwerte in Bremen

BORIS Bremen ist das amtliche Bodenrichtwertinformationssystem für das Land Bremen und ermöglicht seit März 2021 den kostenlosen Online-Zugriff auf flächendeckende Bodenrichtwerte. Als gemeinsames Portal mit Niedersachsen (BORIS.NI) stellt es transparente Marktdaten für Grundstücksbewertungen, Immobilienkäufe und die neue Grundsteuerberechnung bereit. Der Gutachterausschuss Bremen wertet jährlich rund 7.000 Kaufverträge aus und ermittelt alle zwei Jahre aktualisierte Bodenrichtwerte nach § 196 Baugesetzbuch.
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26.01.2026
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Zusammenfassung

  • BORIS Bremen ist seit dem 01.03.2021 kostenfrei über das gemeinsame Portal BORIS.NI nutzbar und bietet Bodenrichtwerte ohne Registrierung inklusive PDF-Export.
  • Der Gutachterausschuss Bremen führt eine Kaufpreissammlung und erfasste 5.751 Kaufverträge in 2024 (entspricht +12,76 %), insgesamt werden im Schnitt rund 7.000 Verträge pro Jahr ausgewertet.
  • Die Bodenrichtwerte werden nach § 196 BauGB als durchschnittliche Lagewerte in €/m² für Bodenrichtwertzonen ermittelt und erscheinen in Bremen im 2-Jahres-Rhythmus.
  • Der durchschnittliche Bodenrichtwert liegt zum Stichtag 01.01.2024 bei 348 €/m², mit einer Spanne von 70 €/m² (Blockland) bis 1.580 €/m² (Bremen-Mitte).
  • Für die Grundsteuer ab 2025 sind Bodenrichtwerte eine zentrale Rechengröße, wobei in Bremen für Grundsteuer B ein Hebesatz von 755 % gilt (Bremerhaven 896 %).
  • Historische Stichtage sind online bis 2013 verfügbar, und die nächste reguläre Veröffentlichung wird für den Stichtag 01.01.2026 zwischen März und Juni 2026 erwartet.

Was ist BORIS Bremen?

Bodenrichtwertinformationssystem für Bremen erklärt

BORIS Bremen bezeichnet das offizielle Bodenrichtwert-Informationssystem des Landes Bremen, das über die gemeinsame Plattform BORIS.NI (Bodenrichtwertinformationssystem Niedersachsen und Bremen) zugänglich ist. Zuständige Behörde für die Ermittlung und Veröffentlichung ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte Bremen mit Sitz in der Lloydstraße 4, 28217 Bremen. Die Kooperation zwischen Bremen und Niedersachsen gewährleistet eine einheitliche webbasierte Darstellung der Bodenrichtwerte für beide Bundesländer.

Bodenrichtwerte nach § 196 BauGB

Der Bodenrichtwert ist nach § 196 Baugesetzbuch (BauGB) definiert als durchschnittlicher Lagewert für den Boden, angegeben in Euro pro Quadratmeter. Die Ermittlung erfolgt auf Grundlage der Kaufpreissammlung gemäß § 193 Abs. 5 BauGB, in der alle notariell beurkundeten Grundstückskaufverträge erfasst werden. Bodenrichtwerte repräsentieren keine individuellen Grundstückspreise, sondern statistische Durchschnittswerte aus einer Vielzahl von Verkäufen innerhalb einer Bodenrichtwertzone. Das Stadtgebiet Bremen ist in Zonen eingeteilt, die jeweils Gebiete mit übereinstimmender Art und Maß der baulichen Nutzung umfassen.

Kaufpreissammlung als Datengrundlage

Der Gutachterausschuss Bremen führt eine Kaufpreissammlung, in der jeder notariell beurkundete Kaufvertrag über Grundstücke erfasst wird. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 5.751 Kaufverträge registriert, was einer Steigerung um 12,76% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Datengrundlage ermöglicht die Ermittlung marktgerechter Bodenrichtwerte, die die tatsächlichen Transaktionen am Bremer Grundstücksmarkt widerspiegeln. Der Gutachterausschuss wertet durchschnittlich etwa 7.000 Kaufverträge pro Jahr aus.

Kostenfreier Zugang seit 2021

Seit dem 1. März 2021 sind alle Bodenrichtwerte für Bremen und Bremerhaven kostenfrei über BORIS.NI abrufbar. Nutzer benötigen keine Registrierung und können beliebig viele Abfragen durchführen, PDF-Exporte erstellen und historische Stichtage seit 2013 einsehen. Lediglich schriftliche Auskünfte, gedruckte Bodenrichtwertkarten und Verkehrswertgutachten sind weiterhin kostenpflichtig.

BORIS Bremen online nutzen

Direkter Zugang zum Portal

Der Zugriff auf BORIS Bremen erfolgt über das gemeinsame Portal unter immobilienmarkt.niedersachsen.de/bodenrichtwerte oder alternativ über die Seite des Gutachterausschusses Bremen. Der Online-Dienst ist rund um die Uhr verfügbar und ermöglicht den Zugriff auf aktuelle sowie historische Bodenrichtwerte ab dem Stichtag 2013. Das Portal ist responsiv gestaltet und funktioniert auf Desktop-PCs, Tablets und Smartphones.

  1. 1

    Stichtag auswählen

    Nach dem Öffnen des Portals wählen Sie zunächst den gewünschten Stichtag aus – der aktuelle Stichtag 01.01.2024 ist standardmäßig voreingestellt.

  2. 2

    Grundstück suchen

    Für die Grundstückssuche stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung: Adresseingabe (Straße, Hausnummer, PLZ), Flurstückseingabe (Gemarkung, Flur, Flurstück) oder grafische Positionierung über die Kartenansicht.

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    Zone identifizieren

    Nach der Suche wird das Grundstück in der Karte markiert, wobei farblich gekennzeichnete Bodenrichtwertzonen die Bereiche mit einheitlichen Wertverhältnissen anzeigen.

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    Detailinformationen abrufen

    Ein Klick auf die Zone öffnet die Detailinformationen mit Bodenrichtwert in €/m², Entwicklungszustand, Art der Nutzung (z.B. W = Wohnbaufläche mit EFH oder MFH) und weiteren wertbeeinflussenden Merkmalen.

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    PDF exportieren

    Für offizielle Zwecke können Sie einen Kartenausschnitt als kostenloses PDF exportieren.

Browser-Kompatibilität und mobile Nutzung

Das BORIS.NI-Portal ist für mobile Endgeräte optimiert und kann problemlos auf Smartphones und Tablets genutzt werden. Empfohlene Browser sind aktuelle Versionen von Google Chrome, Mozilla Firefox, Safari und Microsoft Edge. Die Navigation erfolgt intuitiv per Touch-Gesten (Zoomen, Verschieben), und für eine optimale Darstellung kann die Ortungsfunktion (GPS) aktiviert werden, um den aktuellen Standort automatisch zu erfassen.

Aktuelle Bodenrichtwerte Bremen 2024

Stichtag und Veröffentlichungsrhythmus

Die Bodenrichtwertkarte 2024 für Bremen wurde mit Stichtag 01.01.2024 ermittelt und am 31.04.2024 vom Gutachterausschuss veröffentlicht. Der Erscheinungsrhythmus beträgt gemäß § 196 BauGB zwei Jahre, sodass die nächste Bodenrichtwertkarte mit Stichtag 01.01.2026 planungsgemäß zwischen März und Juni 2026 erscheinen wird. Über BORIS.NI sind historische Stichtage 2024, 2022, 2021, 2019, 2017, 2015 und 2013 kostenfrei abrufbar, während ältere Bodenrichtwerte nur in gedruckter Form beim Gutachterausschuss erhältlich sind.

Durchschnittswerte und Preisspanne

Der durchschnittliche Bodenrichtwert für Bremen beträgt 348 €/m² (Stichtag 01.01.2024), was einem Rückgang um 0,3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Spannweite reicht von 70 €/m² in Bremen-Blockland bis zu 1.580 €/m² in Bremen-Mitte, wo Spitzenwerte von bis zu 5.400 €/m² in zentralen Geschäftslagen erreicht werden. Diese erheblichen Unterschiede verdeutlichen die lagespezifischen Wertunterschiede innerhalb des Stadtgebiets.

Bodenrichtwerte nach Nutzungsarten

Die Bodenrichtwerte in Bremen sind nach Hauptnutzungsarten differenziert, da innerhalb einer Zone oft mehrere Werte für unterschiedliche Bebauungstypen ausgewiesen sind. Zu den wichtigsten Kategorien zählen W (Wohnbauflächen) mit Unterteilung in EFH (Ein- und Zweifamilienhäuser) und MFH (Mehrfamilienhäuser), M (Mischgebiete) mit Wohn- und Gewerbenutzung, Kerngebiete für innerstädtische Geschäftslagen sowie gewerbliche Bauflächen der Kategorien G2, G3 und G4. Die Art der Nutzung muss bei der Bodenrichtwertabfrage zwingend beachtet werden, da ein Grundstück mit identischer Lage je nach geplanter Bebauung unterschiedlichen Werten zugeordnet wird.

Bodenrichtwerte nach Stadtteilen

Übersicht der Bremer Stadtteile

Bremen gliedert sich in vier Stadtbezirke mit 23 Stadtteilen, deren Bodenrichtwerte erheblich zwischen zentrumsnahen Lagen und peripheren Gebieten variieren. Die höchsten Werte verzeichnet Bremen-Mitte mit 1.581 €/m², gefolgt von der Östlichen Vorstadt (988 €/m²) und der Neustadt (861 €/m²). Im mittleren Preissegment liegen Schwachhausen (817 €/m²), Findorff (725 €/m²) und Walle (479 €/m²), während Bremen-Nord mit Burglesum (204 €/m²), Vegesack (195 €/m²) und Blumenthal (146 €/m²) deutlich niedrigere Werte aufweist.

  • Schwachhausen

    Gilt als bevorzugte Wohnlage mit hohem Grünanteil und guter Infrastruktur, deren Bodenrichtwert von 817 €/m² deutlich über dem Bremer Durchschnitt liegt.

  • Oberneuland

    Charakterisiert durch großzügige Grundstücke und hochwertige Einfamilienhausbebauung bei einem Wert von 324 €/m².

  • Findorff

    Als urbane Wohnlage mit 725 €/m² reflektiert die starke Nachfrage nach zentralen, gut erschlossenen Wohnlagen.

  • Hemelingen

    Vereint Wohnquartiere mit industrieller Prägung und liegt mit 272 €/m² im mittleren Preissegment.

Niedrigste Bodenrichtwerte

Als ländlich geprägter Stadtteil mit hohem Grün- und Freiflächenanteil weist Blockland mit 70 €/m² die niedrigsten Bodenrichtwerte in Bremen auf. Ebenfalls im unteren Preissegment liegen Seehausen (93 €/m²), Strom (134 €/m²) und Blumenthal (146 €/m²), was die periphere Lage und die geringere Nachfrage in diesen Stadtteilen widerspiegelt.

BORIS Bremen vs. BORIS-D

BORIS Bremen (BORIS.NI) – Das regionale amtliche System

BORIS.NI ist das amtliche Bodenrichtwertinformationssystem für Bremen und Niedersachsen, dessen Daten direkt vom Gutachterausschuss Bremen stammen und rechtlich verbindlich sind. Das Portal bietet umfassende Darstellung aller wertbeeinflussenden Merkmale, Umrechnungskoeffizienten und Nutzungsarten sowie die Möglichkeit zum kostenlosen Export amtlicher Bodenrichtwertauszüge mit Legende. Für alle rechtlich relevanten Zwecke in Bremen – insbesondere für die Grundsteuererklärung – ist ausschließlich BORIS.NI die maßgebliche Quelle.

BORIS-D Deutschland – Bundesweites Vorschauportal

BORIS-D ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Bundesländer mit dem Ziel, Bodenrichtwerte länderübergreifend einheitlich bereitzustellen. Das Portal bietet eine Vorabansicht und ist explizit keine amtliche Auskunft, die die Landesportale ersetzen könnte. Die Daten werden unter der Lizenz "Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0" (dl-de/by-2-0) bereitgestellt und eignen sich für erste Orientierung und bundesweite Vergleiche, nicht jedoch für rechtlich relevante Zwecke.

BORIS.NI nutzen fürBORIS-D nutzen für
Amtliche Auskünfte bei GrundsteuererklärungenErste Orientierung bei bundesweiten Vergleichen
Kaufverträge und Finanzamt-AngelegenheitenSchnelle Übersicht ohne detaillierte Anforderungen
Detaillierte Grundstücksbewertungen mit allen NutzungsartenÜbersichtsdarstellung ohne rechtliche Relevanz
Historische Vergleiche ab 2013Länderübergreifende Vergleiche
PDF-Export für offizielle ZweckeSchnelle Recherche ohne Dokumentationsbedarf

Anwendungsfälle für Bodenrichtwerte

Immobilienkauf und Verkauf

Bodenrichtwerte dienen als Orientierungshilfe für realistische Grundstückspreise und können bei Kaufverhandlungen als objektive Referenz herangezogen werden. Ein unbebautes Grundstück in Bremen-Findorff mit 725 m² hat bei einem Bodenrichtwert von 725 €/m² einen rechnerischen Bodenwert von 525.625 €, der die Basis für Preisverhandlungen bildet. Wichtig ist jedoch: Bodenrichtwerte sind Durchschnittswerte und ersetzen keine individuelle Grundstücksbewertung, da der tatsächliche Grundstückspreis je nach Beschaffenheit erheblich vom Bodenrichtwert abweichen kann.

Grundsteuer-Berechnung ab 2025

Mit der Grundsteuerreform haben Bodenrichtwerte in Bremen erstmals wesentlichen Einfluss auf die Grundsteuerwerte und damit auf die Höhe der Grundsteuer. Die Berechnung erfolgt in drei Stufen: Der Grundsteuerwert basiert auf Bodenrichtwert, Grundstücksfläche, Gebäudefläche, pauschalisierter Listenmiete sowie Grundstücksart und Alter des Gebäudes. Dieser wird mit der Steuermesszahl multipliziert und das Ergebnis mit dem Hebesatz von 755% (Bremen) bzw. 896% (Bremerhaven) für die Grundsteuer B. Ein Grundstück in Bremen-Schwachhausen mit 400 m² und einem Bodenrichtwert von 817 €/m² hat einen Bodenwert von 326.800 €, der in die Berechnung des Grundsteuerwerts einfließt.

  • Verkehrswertgutachten bei Erbschaft, Scheidung, Schenkung und Finanzamt-Anforderungen

  • Kurzgutachten des Gutachterausschusses Bremen: 600–700 €

  • Vollgutachten des Gutachterausschusses Bremen: 800–3.000 €

  • Beleihungswertermittlung durch Banken bei Immobilienfinanzierungen (60–80% des Verkehrswerts)

Steuerliche Bewertungen

Neben der Grundsteuer nutzt das Finanzamt Bodenrichtwerte für die Feststellung von Grundbesitzwerten bei Erbschaft-, Schenkung- und Grunderwerbsteuer. Bei Enteignungsverfahren bilden Bodenrichtwerte die Grundlage für die Ermittlung angemessener Entschädigungen, und bei Erbbaurechten sowie langfristigen Pachtverträgen dienen sie zur Bestimmung des Erbbauzinses beziehungsweise der Pachthöhe.

Bodenrichtwert richtig interpretieren

Unterschied zwischen Bodenrichtwert und Grundstückspreis

Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert für ein fiktives, unbebautes Grundstück mit standardisierten Eigenschaften innerhalb einer Bodenrichtwertzone, während der tatsächliche Grundstückspreis ein individueller Verkaufspreis ist, der alle spezifischen Merkmale berücksichtigt. Der vom Gutachterausschuss ermittelte Bodenrichtwert bezieht sich auf ein Bodenrichtwertgrundstück mit definierten Merkmalen (Referenzgröße, Art der Nutzung, Erschließungszustand), wohingegen der Kaufpreis die Lage im Mikrobereich, den Zuschnitt, die Erschließung und mögliche Altlasten einbezieht. Abweichungen von 20–50% gegenüber dem Bodenrichtwert sind in der Praxis durchaus üblich.

Umrechnung für abweichende Merkmale

Wenn ein zu bewertendes Grundstück in seinen Merkmalen vom Bodenrichtwertgrundstück abweicht, müssen Umrechnungskoeffizienten angewendet werden. Der Gutachterausschuss Bremen stellt vier Umrechnungstabellen bereit für MFH (Mehrfamilienhäuser) und WGH (Wohn- und Geschäftshäuser), MFH mit ausschließlicher Neubaukalkulation, BGH (Büro- und Geschäftshäuser) in Innenstadtlage sowie gewerbliche Bauflächen G2, G3 und G4. Diese Tabellen berücksichtigen, dass höhere Geschossflächenzahlen zu höheren Bodenpreisen führen.

Formel

Bodenwert = Bodenrichtwert (€/m²) × Grundstücksfläche (m²)
  1. Bodenwert: Wert des Grundstücks in Euro
  1. Bodenrichtwert (€/m²): Durchschnittlicher Lagewert in Euro pro Quadratmeter
  1. Grundstücksfläche (m²): Fläche des Grundstücks in Quadratmetern

Beispiel 1

Ein Grundstück mit 500 m² und einem Bodenrichtwert von 300 €/m²
Bodenwert = 300 €/m² × 500 m² = 150.000 €

Beispiel 2

Ein 800 m² großes EFH-Grundstück mit Bodenrichtwert 400 €/m² (Bezugsgröße 600 m²) und Umrechnungskoeffizient 0,95 für 800 m²
Angepasster Bodenrichtwert = 400 €/m² × 0,95 = 380 €/m²
Bodenwert = 380 €/m² × 800 m² = 304.000 €

Historische Entwicklung Bremen

Preisentwicklung 2021–2024

Die Bodenrichtwerte in Bremen zeigten in den letzten Jahren ein Muster aus Wachstum, abruptem Rückgang und Stagnation. Im Jahr 2021 wurde mit 372 €/m² der Höchstwert erreicht (+7,2%), gefolgt von einem deutlichen Rückgang auf 336 €/m² im Jahr 2022 (-9,7%). Nach einer moderaten Erholung auf 349 €/m² im Jahr 2023 (+4,2%) stagnierte der Markt 2024 bei 348 €/m² (-0,3%).

JahrDurchschnittlicher BodenrichtwertVeränderung zum Vorjahr
2021372 €/m²+7,2%
2022336 €/m²-9,7%
2023349 €/m²+4,2%
2024348 €/m²-0,3%

Einflussfaktoren der Marktentwicklung

Der drastische Rückgang 2022 war geprägt durch den Zinsanstieg der EZB von 0% auf 4,5%, wodurch Immobilienfinanzierungen deutlich teurer wurden. Gleichzeitig führte die Baukosten-Explosion mit Materialpreissteigerungen um 20–30% für Holz, Stahl und Dämmstoffe zu einem Nachfragerückgang im Neubau-Segment. Der Bremer Grundstücksmarkt hat sich auf einem neuen, niedrigeren Preisniveau stabilisiert, wobei eine Rückkehr zum Höchststand von 2021 kurzfristig nicht absehbar ist.

Gutachterausschuss Bremen

Aufgaben und Zuständigkeit

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte Bremen ist die amtliche Stelle für die Ermittlung von Grundstückswerten gemäß §§ 192–196 BauGB. Zu den gesetzlichen Aufgaben zählen die Ermittlung von Bodenrichtwerten alle zwei Jahre, die Führung der Kaufpreissammlung mit Erfassung aller notariell beurkundeten Grundstückskaufverträge (ca. 7.000 pro Jahr), die Erstellung des jährlichen Grundstücksmarktberichts sowie die Erstattung von Verkehrswertgutachten. Der Gutachterausschuss ermittelt zudem weitere Wertermittlungsdaten wie Liegenschaftszinssätze, Sachwertfaktoren und Umrechnungskoeffizienten.

Kontaktdaten Gutachterausschuss Bremen

Adresse: Lloydstraße 4, 28217 Bremen
Telefon: 0421 361-78689
Fax: 0421 361-89469
E-Mail: gutachterausschuss@geo.bremen.de
Öffnungszeiten: Persönliche Einsichtnahme nach Terminvereinbarung

Kosten und Gebühren

Der Online-Zugang über BORIS.NI ist seit 01.03.2021 kostenfrei, ebenso wie mündliche telefonische Auskünfte. Kostenpflichtig sind Auszüge aus der Bodenrichtwertkarte (25 €), gedruckte Bodenrichtwertkarten für einzelne Kartenblätter (70 €) oder alle drei Kartenblätter Bremen-Nord/West/Ost (210 €), Online-Auskünfte für 15 Minuten (5 €) sowie der Grundstücksmarktbericht Bremen 2025 (60 €). Schriftliche Sonderauskünfte kosten je nach Aufwand 25–210 €, und bei Versand kommen Porto- und Verpackungskosten hinzu.

LeistungKosten
Online-Zugang BORIS.NIKostenfrei
Mündliche telefonische AuskunftKostenfrei
Auszug aus der Bodenrichtwertkarte25 €
Gedruckte Bodenrichtwertkarte (1 Kartenblatt)70 €
Gedruckte Bodenrichtwertkarte (alle 3 Kartenblätter)210 €
Online-Auskunft (15 Minuten)5 €
Grundstücksmarktbericht Bremen 202560 €
Schriftliche Sonderauskünfte25–210 €
Kurzgutachten600–700 €
Vollgutachten800–3.000 €

Alternative Quellen

Gedruckte Bodenrichtwertkarten

Gedruckte Bodenrichtwertkarten im Maßstab 1:20.000 für die Kartenblätter Bremen-Nord, Bremen-West und Bremen-Ost können formlos per E-Mail beim Gutachterausschuss bestellt werden. Die Karten zeigen flächendeckend zonale Bodenrichtwerte für alle Nutzungsarten sowie Flächen der Land- und Forstwirtschaft und sonstige Flächen.

Geodatenportal MetaVer

Für Fachnutzer wie Planer, GIS-Spezialisten und Behörden stehen über das Geodatenportal MetaVer WMS-Dienste (Web Map Services) und WFS-Dienste (Web Feature Services) zur Verfügung. Die Einbindung der Bodenrichtwerte als Kartendienst in eigene GIS-Systeme ermöglicht automatisierte Auswertungen, räumliche Analysen und die Kombination mit anderen Geodaten wie Bebauungsplänen, Flurkarten und Luftbildern.

  • Überblick über Umsatzzahlen (5.751 Kaufverträge, +12,76%)

  • Geldumsatz (1,657 Mrd. €)

  • Preisentwicklung für Wohnbauland in allen Stadtteilen

  • Bebaute Grundstücke (Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Eigentumswohnungen)

  • Gewerbebaulandmarkt

  • Indexreihen und Umrechnungskoeffizienten für WGFZ-Anpassungen

Fragen und Antworten zu BORIS Bremen

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Quellen